der „eiserne“ Toni (1911 bis 2001)

Anton Mattes

Anton Mattes wurde 1911 im niederösterreichischen Karlsdorf als erster Sohn von fünf Kindern in elendesten Verhältnissen geboren.

Bürstenbinder war der einzige Lehrberuf, den er Mitte der 20er Jahre in der Region ergreifen konnte. Er arbeitete von seinem dreizehnten bis zu seinem 16 Lebensjahr nur für die Kost – meist 12 Stunden am Tag. Dann mußte er sich auf die „Walz“ begeben, denn Geld konnte ihm sein Lehrmeister keines bezahlen.

In Tirol endete schließlich die Zeit der Wanderarbeit. Dort lernte er seine Frau Elfriede kennen, die er 1934 ehelichte. Gerade noch rechtzeitig vor der allgemeinen Gewerbesperre der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre hatte Toni seine Gewerbeberechtigung als Bürstenbindermeister erhalten. So konnte er – anfangs mehr schlecht als recht – auf eigenen Beinen stehen. Während der Nacht fertigte er im Zimmer, in welchem das junge Paar gleichzeitig wohnte und arbeitete, Bürsten und Besen - tagsüber verkaufte er sie bei Bauern oder tauschte sie gegen Essbares.

1935 hatte Anton Mattes es aufgrund seines eisernen Arbeitswillens bereits geschafft, eine kleine Werkstatt mit einer Handvoll Angestellten zu führen.

1948 stellte Anton Mattes den Bau des Wohn- und Betriebsgebäudes in Vomp fertig und konnte erstmals mit der maschinellen Produktion von Besen und Bürsten beginnen.

1965 erwarb Hr. Mattes eine eigene Bürstenholzfertigung in Mieders, die er mit modernsten Maschinen ausstattete.

1968 wurde das Betriebsgebäude in Vomp erweitert. Doch auch diese Kapazitäten wurden in den boomenden 70er Jahren bald zu klein. So wurde 1976 der Bau des jetzigen, modernen Verwaltungs- und Fertigungsgebäudes in Angriff genommen. Die Mattes Bürstenfabrik wandelte sich vom Gewerbe- zum Industriebetrieb.

Hr. Anton Mattes übergab die Firma im Jahr 1976 offiziell seiner Tochter Margit und seinem Schwiegersohn Heinz Stadler, arbeitete aber mit ungebrochenem Elan weiter dort mit.

Hr. Mattes starb am 28. Juli 2001 im Alter von 90 Jahren. Es war ihm nach einem langen und erfüllten Leben vergönnt, noch bis wenige Monate vor seinem Tod in erstaunlicher körperlicher und geistiger Verfassung aktiv an den Entwicklungen in "seiner" Firma teilzuhaben.

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